Nach einigen Tagen Großstadt-Halligalli in Hollywood und dem Strandleben in Hermosa Beach fällt meine nächste Amerika-Station wieder in die Kategorie "Naturwunder": Der Yosemite Nationalpark, Amerikas ältester geschützter Nationalpark. In der Hoffnung auf nette Gesellschaft und neue Bekannte hab ich ihn im Rahmen einer organisierten Campingtour erkundet statt auf eigene Faust. Nicht sehr backpackerisch zwar, aber weniger mühsam und Geschlafen wird im Bus oder, wer Lust drauf hat, zu erfrieren, kann auch gerne draußen nur auf einer Matratze oder im eigenen Zelt übernachten. Warum erfrieren? Der Park liegt zwischen 600 und 4'000 Höhenmetern, sprich, da hilft auch der nordkalifornische Hochsommer nicht viel, nachts ist es, pardon, arschkalt. Nach einer Übernachtfahrt von San Francisco erreichen wir am nächsten Morgen den Park: Ein Garten Eden, das Grün der Wälder und Wiesen, grüner als alles, was ich bisher gesehen hab, eingerahmt von malerischen Felskulissen, grade wachgeküsst von der Morgensonne und... ok, bevor wir uns jetzt endgültig auf das Terrain von Rosamunde Pilcher begeben, sagen wir einfach: Sche woars! Nicht das beeindruckende Kulisse von Yosemite, sondern auch das Steinwüsten-Panorama der ebenfalls am Weg liegenden Sierra Nevada. Und es erinnert den Weltreisenden sehr effektiv daran, dass er ähnliche Panoramen ja quasi vor der Haustür hat und das öfter ausnutzen sollte.
Insgesamt wie erhofft vier sehr schöne Tage mit netten Leuten vor der großartigen Kulisse des Parks bzw. der östlichen Sierra Nevada. Auch wenn ich wieder gemerkt habe, Camping ist einfach nicht so ganz mein Bier und mit über 30 Leuten in eine Campingbus schon gar nicht, und seien sie auch noch so nett... Abschluss und Höhepunkt war das laut unserem Fahrer bereits traditionelle Aufmischen einer Karaokenacht in einer lokalen Kneipe, sorry, Saloon natürlich. Um es kurz zu machen: Die Drinks waren billig und gut gemischt, die Karaoke-Musikauswahl absolut akzeptabel, und wenn der eine Teil der Mannschaft auf der Bühne singender- und schreienderweise abrockte ("Paradise City" und "YMCA" waren nur zwei der Highlights), betätigte sich der Rest vor der Bühne als Fans/Groupies. Angetrieben vom irischen Teil der Gruppe (Die Mädels konnten feiern und bechern, unglaublich.... Zitat: "We're trying to keep it down, but we can't help it, we're Irish!") setzte sich diese Art der Abendbeschäftigung dann am nächsten Abend nahtlos fort mit einem deftigen Pub Crawl in San Francisco mit quasi den gleichen Leuten, da wir wieder alle im selben Hostel abgestiegen waren.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Hollywood und Venice Beach, um auch dort das örtliche Hard Rock Cafe (und noch einmal Hooters) zu besuchen, liegt nun die Wüste am Weg. Oder besser gesagt, ihre schrillste Oase: Las Vegas!

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